Typesetting
Mythos und Moloch. Die Metropole in der modernen Hindi-Literatur (ca. 1970-2010)
20 Nov 2020
Autorinnen- und Autorenverzeichnis (Hindi)
Hinweis: Die biographischen Angaben zu allen im Fließtext zitierten Autorinnen und Autoren (v.a. Hindi) stammen – neben den einschlägigen gedruckten Quellen wie Originalwerken, Anthologien, Nachschlagewerken – auch aus Online-Literaturforen (hindisamay.com, abhivyakti-hindi.org, kavitakosh.org, pratilipi.com) und Verlags-Websites (insbesondere von Rajkamal Prakashan). Zu manchen Autoren konnten trotz aller Bemühungen keine oder keine aktuellen Informationen etwa zu ihren Lebensdaten oder Geburtsorten ausfindig gemacht werden.
Agrawal, Giriraj Sharan (Hg.) (1944-)
geb. 1944 in Sambhal (heute Uttar Pradesh); vielseitige Publikationstätigkeit seit 1964 (Autor, Hg., Essayist); neben Geschichten verfasste er auch humoristische Glossen und Kinderbücher; Interesse an Hindi Gazals; Tätigkeit als Lektor an der Vardhman Snatakottar Mahavidyalay in Bijnaur; Forschung zu Hindi-Literatur; zahlreiche Auszeichnungen.
Agyeya (Sachchidananda H. Vatsyayan) (1911-1987)
geb. 1911 in Kasia, Kushinagar Dist. (heute Uttar Pradesh), gest. 1987 in Neu-Delhi; 1929 B.Sc. an der Punjab University; 1930-34 Haftstrafe wegen revolutionärer Aktivitäten; diverse Herausgebertätigkeiten (u.a. Sainik); 1941 Kommentator bei All India Radio (AIR); 1943 Militärdienst an der assamesisch-birmanischen Grenze; nach Kriegsende Gründung der Zeitschrift Pratik, 1964 Gründung Times-of-India-Gruppe; diverse Gastprofessuren, u.a. in Berkeley (1966) und Heidelberg (1976), 1971 Professur an der University of Jodhpur; 1978-1980 Chefredakteur Navbharat Times; diverse Auszeichnungen, darunter 1964 Sahitya Akademi Award.
Asthana, Dhirendra (1956-)
geb. 1956 in Merath (Uttar Pradesh); u.a. Tätigkeit für Rajkamal Prakashan und Radha Prakashan sowie Hindi-Literaturzeitschriften, Zeitungen und erstes Mumbai-Stadtmagazin Sabarang; Autor mehrerer Kurzgeschichtenbände, Romane und Dramen; typisch für sein Erzählen sind soziale Probleme wie Ausgrenzung und Marginalisierung, z.B. im Band „Die Leute am Rand“ (Log hāśiye par, 1978); Asthana lebt in Mumbai.
Awasthi, Rajendra (1931-2009)
geb. 1929 in Jyotinagar Garha, Jabalpur Dist. (Madhya Pradesh); seit 1957 publizistische Tätigkeit bei mehreren Zeitungen und Literaturzeitschriften; Autor von mehr als fünfzig Romanen, Geschichten uns Essays; programmatische Romane über moderne Lebensentwürfe in der indischen Metropole (z.B. in Bīmār śahar, 1973, und Bah'tā huā pānī, 1971) und am Leben der Adivasis (Jaṃgal ke phūl, 1969); einige seiner Stücke wurden u.a. ins Französische, Deutsche und Russische übersetzt; Awasthi und seine Werke gehören zum Curriculum von Hindi-Abteilungen indischer Universitäten.
Bakshi, Kamlesh (1931-)
geb. 1931 im Firozpur Dist. (Punjab); ihre Kindheit verbrachte sie in Madhya Pradesh; Ausbildung an der Nagpur University und Hindi Sahitya Sammelan (Allahabad); über hundert veröffentlichte Kurzgeschichten und Romane; Bakshi lebt mit ihrer Familie in Mumbai.
Bharati, Swadesh (1939-)
geb. 1939 in Pratapgarh (heute Uttar Pradesh); Schulausbildung in Allahabad, Studium an der Calcutta University und Annamalai University, Chennai (Tamil Nadu); M.A. in Öffentlicher Verwaltung; erste Gedichte erschienen in Saptak; Hg. der Literaturzeitschrift Rupambara; Hg. von Werken des bengalischen zeitgenöss. Autors Jibanandana Das; Übers. bengalischer Literatur; zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. Sahitya Bhushan des Hindi Sansthan (2001); Bharati lebt in Kalkutta.
Bhatiya, Jitendra (1946-)
geb. 1946 in Pilani (heute Rajasthan); Muttersprache Punjabi; Ph.D. in Chemical Engineering; seit 1968 Publikation von Hindi-Kurzgeschichten, -Romanen und einem -Drama; sein Interesse an den Zusammenhängen zw. Kultur und Technik kommt auch in seinen Texten zum Ausdruck, z.B. Ag'le aṁdhere tak (1998); Bhatiya lebt in Mumbai.
Bismillah, Abdul (1949-)
geb. 1949 bei Allahabad (heute Uttar Pradesh); Literaturstudium in Allahabad; überzeugter Marxist; akademische Tätigkeiten in Polen, Ungarn und der Sowjetunion; seit 1984 Prof. für Hindi-Literatur an der Jamia Millia Islamia University in Delhi; sein berühmtestes Buch, „Das Lied des Webstuhls“ (Jhīnī jhīnī bīnī cadariyā) handelt von der Lebenswelt muslimischer Weberfamilien in Banaras; diverse Auszeichnungen; zahlreiche Reisen ins Ausland.
Chaturvedi, Jagadish (1933-2015)
geb. 1933 in Gwalior (heute Madhya Pradesh), gest. 2015 in Delhi; M.A. in Philosophie; Dozent am Madhav College in Ujjain; Arbeit bei AIR; Deputy Director des Central Hindi Directorate; zu seinen Werken zählen u.a. sieben Erzählbände und der Roman Kanāṭ ples (1999), rege Herausgeberschaft; Übers. von Gedichten ins Hindi; Ehrung u.a. mit Padma Shri.
Chopra, Kamal (1955-)
geb. 1955 in Ludhiana (Punjab); Studium an der Maharishi Dayanand University (Haryana); praktizierender Mediziner und freischaffender Autor; Punjabi-Muttersprachler; drei Kurzgeschichtenbände; Chopra lebt in Delhi.
Dabral, Manglesh (1948-)
geb. 1948 in Kaphalpani, Tihri Garhwal Dist. (heute Uttarakhand); prominenter zeitgenössischer Dichter; lebt seit vielen Jahrzehnten in Delhi; Redakteur der Hindi-Wochenzeitschrift Sahara Samay; Autor mehrerer Gedichtbände; Sahitya Akademi Award u.a. Auszeichnungen; einige Gedichte liegen in dt. Übers. von Lothar Lutze vor. Übers. seiner Gedichte in andere indische und europäische Sprachen; Dabral übersetzte u.a. Bertold Brecht, Pablo Neruda und Ernesto Cardenal ins Hindi.
Dani, Rajendra (1953-)
geb. 1953 in Rajanandgav (heute Chattisgarh); wohnhaft in Jabalpur; Studium mit Abschluss als B.Sc. und M.A. in Geschichte in Jabalpur (Madhya Pradesh); seit 1977 nebenberuflich als Schriftsteller und Kritiker tätig; Veröffentlichung mehrerer Erzählbände, darunter auch der 2000 erschienene Band „Megastadt“ (Mahānagar); hauptberuflich ist Dani für das Electricity Board des Landes Madhya Pradehs tätig.
Dave, Yogendra (k.A.)
Dixit, Jagdambe Prasad (1934-2014)
geb. 1934 in Balaghat (heute Madhya Pradesh); Ausbildung in Unnav (Uttar Pradesh); M.A. in Nagpur (M.P.); nach publizistischer Tätigkeit setzte sich Dixit als dem Maoismus nahestehender Aktivist für die Rechte der Adivasis und Landarbeiter ein; 1970 Verhaftung wegen des Vorwurfs des Landesverrats und der Volksverhetzung; sein Werk umfasst zahlreiche (sozialkritische) Romane und Kurzgeschichten.
Garg, Mridula (1938-)
geb. 1938 in Kalkutta (heute Westbengalen); jüngere Schwester der Hindi-Autorin Manjul Bhagat (1936-98); 1960 M.A. in Wirtschaftswissenschaften an der Delhi School of Economics; 1960-63 Lehrtätigkeit am Jankidevi College (Neu-Delhi); seit 1971 freie Autorin; erste Kurzprosa und Lyrik in englischer Sprache, später veröffentlichte Garg Romane, Theaterstücke und Essays u.a. zu Frauen- und Umweltfragen; eigene Kolumne in India Today; 2013 Sahitya Akademi Award; Übers. ihrer Werke ins Englische und Deutsche; Garg lebt in Delhi.
Gill, Gagan (1959-)
geb. 1959 in Neu-Delhi; M.A. in Englischer Literatur; zehn Jahre als Journalistin tätig, danach als freie Autorin und Übers.; Veröffentlichung von Prosastücken und Gedichten in Hindi; fünf Bände, darunter auch 1994 Dillī kī unīndeṃ („Die Schlaflosen von Delhi“, 2006); ihre Stücke wurden u.a. ins Deutsche übersetzt; Gill lebt in Delhi und Shimla.
Gulzar (Sampooran Sing) (1934-)
geb. 1936 in Dina, Jhelum Dist. (Punjab, heute Pakistan); nach Teilung zieht Familie nach Bombay; populärer Urdu-Dichter und erfolgreicher Filmproduzent (1971-99 Regisseur und Drehbuchautor) und Musiker (seit 1956 Komponist und Sänger von Filmsongs); zahlreiche Gedicht- und Erzählbände in Urdu und Hindi sowie Hg. von Anthologien; Autor von Kinderbüchern; Reisen in UK, USA und Australien; Padma Bhushan (2004) und andere hochkarätige Auszeichnungen; 2009 Preis für den besten Filmsong (Text von „Jai ho!“ in Slumdog Millionaire); Gulzar lebt in Mumbai.
Jahan, Rashid (1905-1953)
geb. 1905 in Aligarh (heute Uttar Pradesh), gest. 1952 in Moskau (Russland); Vertreterin der Progressive Writers’ Association, Feministin und Kommunistin; Studium am Women’s College an der Aligarh Muslim University in Lucknow, das von ihrem progressiven Vater gegründet worden war, der sich für die Bildung muslimischer Mädchen einsetzte; 1921 Wechsel an Isabella Thoburn College in Lucknow; 1932 Veröffentlichung des provokanten Bandes Angāreṃ („Glühende Kohlen“), in dem Jahan Tabuthemen anpackt; 1924 Ausbildung zur Gynäkologin am Lady Harding Medical College in Delhi; med. Dienst beim Provincial Medical Service.
Jain, Nirmala (1932-)
geb. 1932 in Delhi; Schulausbildung und Ausbildung in klassischem Tanz in Delhi; M.A. und Ph.D. in Literaturwissenschaft an der Delhi University; 1956-70 Dozentin am Lady Shriram College, 1970-96 Lehre in der Hindi Abteilung der Delhi University, auch in leitender Funktion; Publikation zahlreicher akademischer Studien (Literaturkritik im 20. Jh., moderne Lyrik etc.), Herausgeberschaften (gesammelte Werke von Mahadevi Verma) und Übers. literaturwiss. Werke u.a. über bengal. Literatur.
Jain, Sudha (1935-2012)
geb. 1935 in Bijnor (heute Uttar Pradesh); gest. 2012; 1958 M.A. in Hindi an der Agra University; Ph.D. an der Punjab University; nach Lehrtätigkeit freischaffende Schriftstellerin; seit 1970er Jahren Publikation von Gedichtbänden, Studien zu Humor in der Hindi-Lyrik (1981), Essays u.a. über den Dichter Surdas (1978); Jain lebte in Haryana.
Jain, Sunita (1941-2017)
geb. 1941 in Ambala (heute Haryana), gest. 2017 in Delhi; M.A. in Englisch und Ph.D. in American English Literature an der State University of New York (USA); Prof. und Leiterin des Dep. of Humanities and Social Sciences der IIT (Delhi); nebenberuflich als Autorin in den Sprachen Hindi und Englisch tätig; mehrere Gedicht- und Erzählbände und Kritiken, ein Roman; Mitarbeit an „Encyclopedia of Post-Colonial Literatures in English“ (1994); diverse Auszeichnungen, u.a. Padma Shri (2004).
Kamleshwar (Prasad Saxena) (1932-2007)
geb. 1932 in Mainpuri (heute Uttar Pradesh); gest. 2007 in Faridabad (bei Delhi); 1956-61 Drehbuchautor für TV- und Kinofilme (in Bombay); Hg. von Literaturzeitschriften wie Nai Kahaniyan (1963-66), Sarika (1966-78) und die Tageszeitschriften Dainik Jagaran (1991-92) und Dainik Bhaskar (1996-2002); Autor vieler einflussreicher Kurzgeschichten (Kamreḍ 1948, Khoī huī diśāēṁ 1963) und Romane (Kit'ne pākistān 1998, engl. Übers. „Partitions“); Auszeichnung mit Padma Bhushan (2005).
Kishor, Giriraj (1937-2020)
geb. 1937 in Muzaffarnagar (heute Uttar Pradesh); gest. 2020 in Delhi; Hindi-Schriftsteller und -Drehbuchautor; pensionierter Leiter des Centre for Creative Writing & Publication an der IIT (Kanpur); Hg. der Hindi-Monatszeitschrift Nirantar; Autor zahlreicher Kurzgeschichtenbände, Romane und Kritiken; diverse Auszeichnungen, u.a. Sahitya Akademi Award (1992) und Padma Bhushan (2007); Übers. seiner Werke ins Deutsche, Engl., Franz. und in mehrere indische Sprachen; Teilnehmer an Hindi World Conference (1995).
Kumbhaj, Rajkumar (1947-)
geb. 1947 im Dorf Sonkachh bei Indore (heute Madhya Pradesh); freiberuflicher Hindi-Dichter, der außerdem gesellschaftlich, politisch und journalistisch aktiv ist; Publikation von vier Gedichtbänden; Übersetzung einiger Gedichte ins Englische; Kumbhaj lebt in Madhya Pradesh.
Kundan, Sanjay (1969-)
geb. 1969 in Patna (Bihar); M.A. in Hindi an der Patna University; Autor von drei Gedichtbänden, einem Kurzgeschichtenband und einem Roman; Hobby-Maler; Übers. seiner Werke in andere ind. Sprachen; Tätigkeit bei der Navbharat Times (Delhi); Kundan lebt in Ghaziabad (Uttar Pradesh).
Manto, Saadat Hasan (1912-1955)
geb. 1912 in Samrala (Punjab), gest. 1955 in Lahore (Pakistan); schon zu Lebzeiten Kultfigur in Künstlerkreisen im Bombay der 1930er und 40er Jahre; Übersetzer von Victor Hugo, Oscar Wilde u. a. ins Urdu; 1934 Studium an Aligarh Muslim University; Mitglied der marxistischen Indian Progressive Writers’ Association (IPWA); 1941 Texter für All India Radio; neben Hörspielen und Drehbüchern Verfasser mehrerer hundert Kurzgeschichten, Essays und Dramen; mehrfach wegen Obszönität angeklagt; 1948 Übersiedlung nach Lahore, Pakistan.
Manu, Prakash (1950-)
geb. 1950 in Shikohabad (Uttar Pradesh); Ausbildung am Agra College, M.Sc. im Fach Physik; 1975 M.A. in Hindi-Literatur; 1980 Forschungsarbeit über Ästhetik in Chayavad-Dichtung an der Kurukshetra University; Arbeit als Lektor und im journalistischen Bereich; zahlreiche Gedicht- und Geschichtenbände; Anthologie über Autor Devendra Satyarthi; literaturgeschichtliche Studien, z.B. zu Kinderliteratur; zahlreiche Auszeichnungen.
Masud, Naiyer (1936-2017)
geb. 1936 in Lucknow (heute Uttar Pradesh); gest. 2017 ebd.; international bekannte Stimme der zeitgenössischen Urdu-Literatur; Prof. für Persisch an Lucknow University; in 1970er Jahren erste fiktionale Stücke; vier Erzählbände und Übers. von Kafka ins Urdu; zwei Bände mit Erzählungen von Masud wurden ins Engl. und andere Sprachen übertragen („Essence of Camphor“, 1998; „The Snake Catcher“, 2005); 2015 erschien Gesamtausgabe „Collected Works of Naiyer Masud“ (Oxford University Press); 2008 Ehrung mit Saraswati Samman.
Mishra, Nilesh (1973-)
geb. 1973 in Kunaura (Uttar Pradesh); Schulausbildung in Nainital (Uttarakhand) und Lucknow, 1993 Abschluss; Studium am Indian Institute of Mass Communication in Delhi. Autor, Songwriter und Drehbuchautor für Bollywoodfilme, ausgezeichneter Journalist und Radiomoderator, Hg. einer Zeitung für ländlichen Raum (Gaon Connection); Mishra ist Autor und Erzähler des beliebten Rundfunkprogramms Yaadom ka IdiotBox (Big FM).
Mithileshwar (1950-)
geb. 1950 im Dorf Baisadih, Bhojpur Dist. (Bihar); Vertreter der Post-60er-Generation, die in der Tradition der Progressive Writers eine stärkere Politisierung der Hindi-Literatur anstrebte; M.A. und Ph.D. in Hindi; Dozent in Hindi-Abteilung des H. D. Jain College in Ara (Bihar); seit 1976 Publikation zahlreicher Erzählbände, Romane und Kinderbücher, Volksmärchen aus Bihar (2008), autobiographische Werke (2010-15), Herausgeberschaften; Yashpal Puruskar und andere Auszeichnungen.
Nagar, Amritlal (1916-1990)
geb. 1916 in Agra (heute Uttar Pradesh), gest. 1990 in Lucknow (Uttar Pradesh); Hindi-Autor, Journalist und Drehbuchautor; Kenner mehrerer indischer Sprachen; 1940-47 Drehbuchautor in Bombay, Kolhapur und Madras, Synchronisation von Filmen aus anderen Sprachen, u.a. Russisch und Tamil, ins Hindi; 1953-56 Dramaturg bei All India Radio (AIR); seitdem freischaffender und höchst produktiver Autor in allen Genres, neben Erzählungen, Romanen und Dramen verfasste Nagar auch satirische Stücke, Biographien und Kinderliteratur; neben Sahitya Akademi Award wurde Nagar mit zahlreichen anderen Auszeichnungen geehrt.
Narain (Narayan), Kunwar (1927-2017)
geb. 1927 in Faizabad (heute Uttar Pradesh); gest. 2017 (Neu-Delhi); promovierter Dichter, Erzähler und Kritiker; Ph.D. in Englischer Literatur; sechs Gedichtbände (Cakravyūh, 1956; In dinoṃ, 2002, u.a.); produktive Kritikertätigkeit; Artikel über Kunst, Kultur, Musik in diversen Hindi- und englischsprachigen Journalen; Übers. von Lyrik ins Hindi; rege Teilnahme an internationalen Literaturevents; Auszeichnungen: Sahitya Akademi Award (1995), Padma Bhushan (2009) u.a.
Nawal, Harish (1947-)
geb. 1947 im Jalandhar Dist. (Punjab); Promotion in Literaturwissenschaft; Journalist und Redakteur bei diversen Tageszeitungen und beim Hörfunk; Dozent für Hindi am Hindu College der Delhi University; Autor mehrerer Bücher, Artikel und TV-Drehbücher; leitender Redakteur der internationalen Literaturzeitschrift Gaganachal; Mitarbeit beim Indian Council of Cultural Relations.
Pathak, Surendra Mohan (1940-)
geb. 1940 in Lahore (Punjab, heutiges Pakistan); erfolgreicher Krimi-Autor; 1947 Umzug der Familie nach Bombay; naturwissenschaftliche Ausbildung (M.A. am MMH College in Ghaziabad); 1964-98 hauptberuflich bei Indian Telephone Industries tätig; nebenberuflich und nach Pensionierung Publikation hunderter Bestsellerkrimis (u.a. Sunil Series, Vimal Series).
Prakash, Suraj (1952-)
geb. 1952 in Dehradun (heute Uttarakhand); Autor mehrerer Erzählbände in Hindi und Gujarati, Satiren und Romane; Übers. aus dem Englischen (George Orwells Animal Farm, u.a. Biographie von Charlie Chaplin und Autobiographien von Charles Darwin und Gandhi); Hg. einer Anthologie mit Mumbai-Geschichten (1999); Tätigkeit im Ausland (UK); sein Werk wurde u.a. mit dem Premchand Katha Samman gewürdigt; Prakash lebt in Mumbai.
Prakash, Uday (1952-)
geb. 1952 in Sitapur, Shahdol Dist. (Madhya Pradesh), lebt in Delhi; einer der populärsten und meist übersetzten Hindi-Gegenwartsautoren im deutschen Sprachraum („Die Mauern von Delhi“ 2015, „Mohandas“ 2013, „Der goldene Gürtel“ 2007 u.a.); Studium der Hindi-Literatur an der Saugar University (M.P.); 1978-80 Assistant Professor an der JNU (Neu-Delhi); danach Mitarbeiter im Kulturamt von Madhya Pradesh; außerdem Journalist bei Times of India, Fernsehproduzent und Redakteur; 2015 gibt Prakash seinen Sahitya Akademi Award aus Protest am unaufgeklärten Mord an dem südindischen Schriftsteller M. M. Kalburgi zurück.
Rani, Vibha (1959-)
geb. 1959 (Geburtsort unbekannt); Theater- und Filmschauspielerin, Schriftstellerin in den Sprachen Maithili und Hindi; zu Beginn ihrer Karriere Rundfunksprecherin in Darbhanga (Bihar); Übers. lyrischer, epischer und dramatischer Stücke ins Maithili; Autorin von u.a. mit Mohan Rakesh Samman ausgezeichneten Erzählungen und Dramen; aktive Bloggerin; gesellschaftliches Engagement für nicht-elitäres Theater, Arbeit mit Gefängnisinsassen.
Rai, Sara (1956-)
geb. 1956 in Allahabad (Uttar Pradesh); mehrsprachige Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin mehrerer Anthologien mit Erzählungen; Studium der englischen Literatur und Geschichte an den Universitäten Allahabad und Neu-Delhi; Interesse an individuellen Lebenswelten; neben zwei eigenen Bänden (1997, 2005) erschien 2010 Debütroman „Das Haus mit den Milanen“ (cīlvālī koṭhī); 2019 Rückert-Preis der Stadt Coburg; Rai lebt in Allahabad.
Rakesh, Mohan (1925-1972)
geb. 1925 in Amritsar (Punjab); gest. 1972 in Delhi; einer der Pioniere der Nayī Kahānī („Neue Erzählung“); Dozent am Elphinstone College (Bombay) und DAV College (Jalandhar); seit 1957 freischaffender Schriftsteller und Hg. von Sarika (Bombay); sechs Kurzgeschichtenbände und zwei Romane (Na ānevālā kal, Andhere band kamre), drei Dramen.
Renu, Phanishwar Nath (1921-1977)
geb. 1921 in Aurahi Hingna, Araria Dist. (Bihar); herausragender Hindi-Literat und politischer Aktivist (ab 1942 Einsatz für Unabhängigkeitskampf, 1950 für nepalesische Revolution); Ausbildung in Biratnagar (Nepal), Studium an Kashi Hindu University bis Zwischenprüfung; Namensgeber des Genre Maila anchal mit seinem Debutroman (1954), in dem dörfliches Leben in abgelegenen Regionen des Landes beschrieben wird; Verfasser eines Memoires über bengalischen Schriftsteller Satinath Bhaduri; zahlreiche Auszeichnungen; aus Protest am Emergency (1975-77) gab er Padma Shree zurück.
Rupra, Manoj (1963-)
geb. 1963 in Durga (heute Chattisgarh); Interesse an Marxismus, Weltliteratur und Theater; für einige Zeit war Rupra im Theaterbereich tätig; später wendete er sich dem Schreiben zu; Autor mehrerer Erzählbände und Romane.
Sahni, Bhisham (1915-2003)
geb. 1915 in Rawalpindi (Punjab, heutiges Pakistan), gest. 2003 in Delhi; Chronist der Teilung Indiens; sein berühmtester Roman „Finsternis“ (Tamas, 1974) wurde als TV-Mehrteiler verfilmt; Studium der englischen Literatur in Lahore, 1958 Ph.D. an der Punjab University (Chandigarh); 1950 Dozent für englische Literatur an der Delhi University; Aktivist und Kommunist; 1957-63 Übersetzer für russische Literatur in Moskau (u.a. Dostojewski und Tolstoi); nach Rückkehr Fortsetzung Lehrtätigkeit am Delhi College; 1965-67 Hg. der Literaturzeitschrift Nayi Kahaniyam; seit 1980 freischaffender Autor.
Saxena, Madhav ‚Arvind‘ (1946-)
geb. 1946 (Geburtsort unbekannt); studierter und praktizierender Wissenschaftler; nebenberuflich als Kurzgeschichtenautor tätig; Gründer und Hg. der Vierteljahrs-Zeitschrift Kathabimb, außerdem langjähriger Hg. einer wiss. Zeitschrift und Autor dreier Bücher zu Technikthemen; Veröffentlichung eigener Erzählbände in Indien und Pakistan.
Saraogi, Alka (1960-)
geb. 1960 in Kalkutta (Westbengalen) in Familie von Marwaris (ursprünglich aus Rajasthan stammende Händlergemeinschaft); Studium und Promotion über den Dichter Raghuvir Sahay (1929-90) an Calcutta University; publizistische Tätigkeit, Artikel in Fachzeitschriften zur Frage der Frauenemanzipation; nach Geburt der zwei Kinder beginnt Saraogi Kurzgeschichten zu schreiben; 1996 erscheint erster Kurzgeschichtenband „Auf der Suche nach einer Geschichte“ (Kahānī kī talāś meṃ); 2001 erhielt sie für den 1998 erschienenen Debutroman „Umweg nach Kalkutta“ (Kalikathā vāyā bāipās) den Sahitya Akademi Award.
Sharma, Nasira (1948-)
geb. 1948 in Allahabad (heute Uttar Pradesh); M.A. in Persisch und Gegenwartsliteratur an der JNU (Neu-Delhi); freie Autorin und Journalistin; sie behandelt in ihren Geschichten und Romanen die muslimische Lebenskultur in Indien; Kennerin des persischen Kulturraums (Übers. moderner pers. Lyrik und Erzählungen), insbesondere der Bereiche Gegenwartsliteratur, Gesellschaft und Politik (Artikel und Interviews); Mitwirkung an TV-Filmreihe über werktätige Frauen; 2016 Sahitya Akademi Award; Sarma lebt in Neu-Delhi.
Sharma, Tejendra (1952-)
geb. 1952 in Jagrao (Punjab); Verfasser von zehn Erzähl- und zwei Gedichtbänden; Herausgeber mehrerer Anthologien mit Stücken von Non-Resident-Indians in Großbritannien; u.a. vom U.P. Hindi Sahitya Sansthan für sein Engagement für Hindi-Literatur im Ausland geehrt; Sarma lebt in Middlesex (UK).
Sharma, Vidya (1941-)
geb. 1941 in Sihana (heute Uttar Pradesh); M.A. in Literaturwissenschaft, Ph.D. an der Delhi University; Lehrtätigkeit an versch. Colleges und Universitäten (u.a. Delhi University); eine mit der radikalen Akavitā āndolan („Bewegung für das Nicht-Gedicht“) verbundene Dichterin, Veröffentlichung eigener Gedichte in versch. Zeitschriften und Anthologien; Mitwirkung an Englisch-Hindi-Wörterbuch; Sarma lebt in Delhi.
Sharma, Yadvendra „Chandra“ (1932-2009)
geb. 1932; gest. 2009 (beide Orte unbekannt); Schauplatz von Sarmas Romanen ist Rajasthan, Interesse an persönlichen Schicksalen und an Sicht von Frauen, ihre inneren Zerrissenheit zwischen Tradition und Emanzipation (Roman Gulāb'ṛī, „Gulabri“, o.J.); Veröffentlichung von Romanen; Herausgeber einer Sammlung mit Volkserzählungen aus Rajasthan (Rāj'sthān kī lokkathāēṁ, 2008).
Shree, Geetanjali (1957-)
geb. 1957 in Mainpuri (Uttar Pradesh); Kindheit an wechselnden Stationen in Nordindien; Studium der neueren Geschichte; Promotion über Premchand und die Rolle indischer Intellektueller im Unabhängigkeitskampf; mehrere Kurzgeschichtenbände, Romane und Theaterstücke, darunter auch die ins Dt. übersetzten Romane „Mai“ (1993/2010) und „Unserer Stadt in jenem Jahr“ (1998/2013); Shree lebt in Delhi.
Singh, Kashinath (1937-)
geb. 1937 in Jiyanpur bei Varanasi (heute Uttar Pradesh); Studium (M.A. 1959) und Promotion (1963) an der BHU in Varanasi; seit 1965 Prof. und Leiter des Hindi Department; seit 1960 verfasst Singh literarische Texte; für den Roman Rehan par ragghu erhielt er 2011 den Sahitya Akademi Award; Singhs Werke wurden u.a. ins Japanische und Koreanische übersetzt, der populäre Banaras-Roman Kāśī kā assī (2002) als „Mohalla Assi“ von Chandraprakash Dwivedi verfilmt; Singh lebt in Varanasi.
Sobti, Krishna (1925-2019)
geb. 1925 in Gujrat (Punjab, heutiges Pakistan); gest. 2019 in Neu-Delhi; Sobtis Sprache galt als innovativ, in radikal knappen Sätzen Texte über die Teilung 1947, Fragilität der indischen Gesellschaft und Generations- und Geschlechterkonflikte (Ai laṛkī, 1999, engl. Übers. „Listen Girl“ 2002); als erste Frau erhielt sie 1980 den Sahitya Akademi Award für ihr Opus Magnum Zindagīnāmah („Die große Erzählung vom Leben“); 2015 gab sie die Auszeichnung aus Protest an Dadri-Lynchmorden und dem M.M. Kalburgi-Mordfall zurück.
Sudip (Gulshan Kumar Arora) (1942-)
geb. 1942 (Ort unbekannt); Lektor für Englisch; 1966-1977 stellvertretender Chefredakteur von Navbharat Times sowie Tätigkeit u.a. bei Times of India Group; Autor hunderter Features sowie von drei Romanen, drei Kurzgeschichtenbänden, Biographien, Gedichtbänden; Übers. von Punjabi-Romanen; Drehbücher für Film und TV.
Sukhbir (Balbir Singh) (1931-2012)
geb. 1931 (abweichend: 1925), (Geburtsort unbekannt); gest. 2012 in Mumbai; Punjabi- und Hindi-Schriftsteller; Kindheit in Punjab, später Umzug der Familie nach Mumbai; Ausbildung in Mumbai; 1958 M.A.-Abschluss am Khalsa College (Amritar); seit 1957 Verfasser zahlreicher Romane, Kurzgeschichten und Gedichte in Punjabi; Sympathisant marxistischer Ideen und ausgeprägtes Interesse an Psychologie; Übers. russischer Bücher ins Punjabi; Tätigkeit als Werbetexter, Journalist, Übersetzer; Herausgeber und College-Lehrer.
Thakur, Jiten (1953-)
geb. 1953 (abweichend: 1955) in Dehradun (heute Uttarakhand); Promotion in Geisteswissenschaften (Hindi); seit späten 1970er Jahren Veröffentlichung von Gedichten, mehreren Kurzgeschichtenbänden und Romanen u.a. Texten in Hindi und Dogri; Übersetzungen aus anderen indischen und nicht-indischen Sprachen; Tätigkeit im State Transport Department von Uttarakhand.
Tyagi, Bhimsen (1935-)
geb. 1935 in Jarwal, Bahraich Dist. (heute Uttar Pradesh); Kindheit in Muzzafarnagar (U.P.); Redakteur bei mehreren Zeitschriften in Allahabad und Delhi; Programmberater bei TV-Filmproduktion in Mumbai. Verfasser sozialkritischer Kurzgeschichten und Romane (z.B. Naṃgā śahar, o.A.)
Vaid, Krishna Baldev (1927-2020)
geb. 1927 in Dinga (Punjab), gest. 2020 in New York City; emeritierter Prof. der Potsdam State University New York sowie Delhi University; neben literarischer Tätigkeit auch wissenschaftliche Beschäftigung mit Henry James und Übersetzertätigkeit (u.a. Samuel Beckett und Jean Racine ins Hindi); Interesse an gesellschaftspolitischen Themen; in „Steps in the Darkness“ (Us'kā bacpan) schrieb er über die Teilung seiner Heimat und den darauffolgenden Massenexodus; sein jüngster Roman erschien 2012 in dt. Übers. unter dem Titel „Tagebuch eines Dienstmädchens“ (Naukrānī kī ḍāyrī). Vaid lebte in den USA und Indien.
Vanshi, Baldev (1938-2017)
geb. in Multan (Punjab, heutiges Pakistan); Ph.D. in Hindi; Dichter, Kritiker, Verleger und Herausgeber; mehrere Studien zu Dichterheiligen (Mirabai, Dadu, Kabir, Malukdas) und Hindi-Lyrik; Hg. der Anthologie „Dillī Ṭī Hauz“ (2009) mit Lebenserinnerungen bekannter Hindi-Schriftsteller und Personen des öffentlichen Lebens; zahlreiche Auszeichnungen und Auslandsreisen.
Varma, Pramila (1958-)
geb. 1958 in Jabalpur (Madhya Pradesh); Ph.D.; frühere Tätigkeit als Feuilleton-Redakteurin bei einer Zeitung; jahrzehntelange literarische, akademische und soziale Beschäftigung mit der Stellung der Frau in Indien, mehrere Erzählbände und Romane; Herausgeberin von Gedicht- und Erzählbänden; Autobiographie Apne āine meṃ, o.A.; Auszeichnung der Maharashtra Hindi Akademi; lebt in Aurangabad (Maharashtra).
Varma, Sudha (1956-)
geb. 1956 (Geburtsort unbekannt); Studium der Politikwissenschaft in Patna (Bihar), Mitte der 1980er Jahre Umzug nach Bombay; schreibt und publiziert in den Sprachen Hindi und Bhojpuri; Veröffentlichung von Kurzgeschichten in diversen Zeitschriften; ein Erzählband Tiriyā galelī ja'ise nūn ho (Bhojpuri).
Verma (Varma), Nirmal (1929-2005)
geb. 1929 in Shimla (heute Himachal Pradesh), gest. 2005 in Neu-Delhi; namhafter und mit dem Jnanpith Award (1999), Sahitya Akademi Award (1985) und Padma Bhushan (2002) ausgezeichneter Hindi-Literat und Vertreter der Nayī Kahānī; Studium der Geschichte am St. Stephen’s College in Delhi, Lehre an der Delhi University; 1959-70 Aufenthalte in Europa, (u.a. Prag, Übersetzung von Milan Kunderas Werk ins Hindi); 1972 Rückkehr nach Indien, Fortsetzung seiner schriftstellerischen Tätigkeit (Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Reiseberichte und Essays).
Vivek, Gyanprakash (1949-)
geb. 1949 in Bahadurgarh (heute Haryana); Autor mehrerer Erzähl-, Gazal- und Gedichtbände und Romane; Interesse an sozialmoralischen Fragestellungen, z.B. Jugendarbeitslosigkeit oder Probleme und Existenzängste moderner Frauen (z.B. im Roman Astitva, „Existenz“, 2005); Vivek lebt in Hariyana.
Yadav, Rajendra (1929-2013)
geb. 1929 in Agra (heute Uttar Pradesh), gest. 2013 in Neu-Delhi; namhafter Verleger und neben Mohan Rakesh und Kamleshwar wichtigster Vertreter der Nayī Kahānī; nach M.A. (Hindi) an der Agra University 1951 schriftstellerische Tätigkeit; 1947 erschien seine erste Kurzgeschichte in Zeitschrift Karmyogī; im Roman Sārā ākāś ("Der ganze Himmel", 1951) stellte Yadav traditionelle Rollenbilder in Frage; Übers. russ. Autoren ins Hindi; 1986 (Wieder)Herausgeberschaft der von Premchand gegründeten Literaturzeitschrift Hams, wo er bis zu seinem Tod als Verleger und Chefredakteur arbeitete; Engagement für marginalisierte Gruppen wie Dalits; Yadav wurde u.a. mit dem Sahitya Akademi Award geehrt.
Copyright & License
Text © 2020 Johanna Hahn.
alt text
This book is published under the Creative Commons License 4.0 (CC BY-SA 4.0). The cover is subject to the Creative Commons License CC-BY-ND 4.0.
Section Author
Johanna Hahn