SAMOYLOV, Nikolay

Roland Altenburger (Hrsg.), Esther Bentmann (Hrsg.)

Raum und Grenze in den Chinastudien

Die im November 2013 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg durchgeführte XXIV. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Chinastudien widmete sich dem Thema „Raum und Grenze“. Sie lud zur Auslotung des Erkenntnispotenzials einer Hinwendung zum Raum, eines spatial turn in der chinabezogenen Forschung ein. Neben Beiträgen mit dem eher konventionellen Ansatz von Raum und Grenze als Territorialität wurden auch Untersuchungen zu Raum als sozialer Konstruktion vorgestellt, wobei Praktiken der Raumkonstitution, -erschließung und -beherrschung sowie Akte der Ein- und Ausgrenzung eine wichtige Rolle spielten.

Gotelind MÜLLER (Hrsg.), Nikolay SAMOYLOV (Hrsg.)

Chinese Perceptions of Russia and the West: Changes, Continuities, and Contingencies during the Twentieth Century

Ziel dieses Buches ist es, Veränderungen und Kontinuitäten in der chinesischen Wahrnehmung Russlands und des Westens im 20. Jahrhundert zu untersuchen und dabei zu berücksichtigen, dass die jeweiligen Zuschreibungen und "Frontlinien" historisch kontingent waren: Wer und was repräsentierte "Russland" oder "den Westen" zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort? War "Russland" Teil des "Westens" oder nicht? Und wenn ja, in welcher Hinsicht? Welche Faktoren - ausländische oder einheimische - führten zu Veränderungen in der chinesischen Wahrnehmung und Repräsentation und warum? Mit solchen Fragen im Blick nahm dieses Buch Form an, das aus einem von der DFG-RFBR geförderten deutsch-russischen Projekt hervorging. Das deutsch-russische Forscherteam der Universität Heidelberg und der Staatlichen Universität St. Petersburg untersuchte das Thema gemeinsam mit Kollegen aus Festlandchina und Taiwan und konzentrierte sich dabei auf drei Hauptbereiche: 1. Das Feld der Sozialisation durch den Blick auf normative Beschreibungen Russlands und "des Westens" in chinesischen Schulbüchern, die Bilder des/der "Anderen" von Kindesbeinen an prägen; 2. das Feld der Literatur und chinesischer fiktionaler Darstellungen Russlands und "des Westens", die von einem chinesischen Lesepublikum konsumiert werden; 3. das Feld visueller und materieller Manifestationen, die Bilder des/der "Anderen" auf ihre eigene mediale Weise prägen und auch einem Publikum fernab rein diskursiver Ebenen und denen, die nicht aktiv danach suchen, zugänglich machen.