Bücher

159 Titel
Autoren
Ewa Dębicka-Borek (Hrsg.), Ofer Peres (Hrsg.)

Routes, Patterns, Ideologies: Navigating Sacred Sites in India

Ethno-Indology, Band 18

Die sakrale Geografie des Hinduismus ist geprägt von einem Geflecht aus Mythen, Ritualen und Pilgerreisen. Routes, Patterns, Ideologies: Navigating Sacred Sites in India versammelt Aufsätze, die sich eingehend mit den heiligen Stätten des Hinduismus befassen und dabei den Schwerpunkt auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Stätten als zentrale Dimension ihrer theologischen und sozialen Bedeutung legen. Anhand von Textanalyse, visuellen Studien und ethnografischen Erkenntnissen beleuchten die Autor:innen dieses Bandes die Muster und Mechanismen, die heilige Stätten zu dynamischen Netzwerken verbinden, und zeigen, wie Sakralität durch sich wandelnde kulturelle, politische und theologische Landschaften kontinuierlich neu verhandelt wird.

Emma Martin (Hrsg.), Trine Brox (Hrsg.), Diana Lange (Hrsg.)

Among Tibetan Materialities: Materials and Material Cultures of Tibet and the Himalayas

Among Tibetan Materialities greift durch eine kritische Auseinandersetzung mit materieller Kultur in die klassischen Tibetstudien ein. Das Buch eröffnet neue Quellen, Methoden und Rahmenbedingungen für das Studium, Nachdenken und Schreiben über materielle Kultur, Materialien und Materialität in Tibet und im Himalaya. Es zeigt neue Möglichkeiten auf, wie diese Regionen über ihren lokalen Kontext hinaus relevant gemacht werden können. Die vorliegende Sammlung laufender Forschungsarbeiten zu historischen und Gegenwartsthemen durchbricht aktuelle Ansätze zur tibetischen und Himalaya-Materialität, indem sozial konstruierte Materialität und Materialien, aus denen Dinge bestehen, von ihrer Konzeption und Produktion bis zu ihrem Lebensende und darüber hinaus betrachtet werden.

Karl Hoffmann, Bernhard Forssman (Hrsg.)

Kleines Gatha-Lesebuch: Aus dem Nachlass herausgegeben von Bernhard Forssman, unter Mitwirkung von Jürgen Habisreitinger. Mit einem Beitrag von Almut Hintze.

Dieses Buch enthält Stücke aus den "Gathas": poetischen Texten, als deren Verfasser Zarathustra angesehen wird, der Stifter der Parsen-Religion. Die Sprache dieser Dichtungen ist eine frühe Stufe des Avestischen, einer Schwestersprache des Altpersischen im alten Iran. Die sprachliche und inhaltliche Deutung der Gathas stößt auf zahlreiche Schwierigkeiten. Der bedeutende Avesta-Forscher Prof. Karl Hoffmann (1915 - 1996) legte sich für seinen Unterricht eine Sammlung von verhältnismäßig einfachen Textstücken mit eigenen Übersetzungen an. Diese Sammlung wird nunmehr aus seinem Nachlass herausgegeben, erweitert um verschiedene Beigaben, u.a. um einen Beitrag von Prof. Almut Hintze (London) über die Gathas und um ein vollständiges Vokabular.

Hiroko Nagasaki (Hrsg.), Monika Horstmann (Hrsg.), Kiyokazu Okita (Hrsg.)

Early Modern Literatures in North India: Current Research 2022–2024

Der Band enthält die Beiträge der 14th International Conference on Early Modern Literatures of North India, die vom 15. bis 19. Juli 2022 an der Universität Osaka stattfand. Er beleuchtet die Geschichte der Konferenz, ein in den 1970er Jahren durchgeführtes Manuskriptverfilmungsprojekt, dessen Ertrag für die Erforschung der Sant-Tradition grundlegend werden sollte. Außerdem mehrsprachige Jaina-Literatur, den Beitrag von Frauen im höfischen literarischen Leben, Vedanta als Interpretationskategorie, Malerei als literarisches Symbol, Wege der Sūrdās-Tradition sowie Gurmukhī-Manuskripte. Als ein gemeinsamer Nenner der Beiträge erweist sich der kosmopolitische Charakter der volkssprachlichen Literaturen in der fraglichen Zeit. 

 

Martin Hofmann (Hrsg.), Joachim Kurtz (Hrsg.)

Wissensorte in China

Alles Wissen hat seinen Ort. Die Räume, in denen Wissen hervorgebracht, gespeichert oder weitergegeben wird, üben konkreten Einfluss auf deren Inhalt und Form aus. Im Zuge des spatial turn sind Fragen nach den örtlichen Bedingungen von Wissen deshalb in den Fokus verschiedener geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen gerückt: Welche Orte spielen bei der Sammlung und Interpretation von Wissen eine prägende Rolle? Wie beeinflussen räumliche Bedingungen Theorien und Verfahrensweisen? Welche ortsspezifischen Formen und Medien werden benutzt, um Wissen zu bewahren oder weiterzugeben? Und welche Relevanz hat der räumliche Bezug für die Gültigkeit des Wissens?
Wissensorte in China geht diesen Fragen in elf Fallstudien und einem Überblicksartikel nach. Die Beiträge spannen einen zeitlichen Bogen von der Han-Zeit bis zur Gegenwart. Sie untersuchen räumliche Dimensionen von Institutionen der höheren Bildung und Stätten der beruflichen Aus- und Weiterbildung, rekonstruieren kommerzielle und religiöse Orte wie Bücherboote und buddhistische Bücherräder, analysieren aber auch Texte und soziale Praktiken, die sich als Wissensorte eigener Art verstehen lassen. Die Artikel gewähren damit faszinierende Einblicke in eine der weltweit reichsten Wissenskulturen.
Der Band enthält ausgewählte Beiträge zur XXX. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Chinastudien (DVCS), die im November 2019 am Centrum für Asienwissenschaftliche und Transkulturelle Studien (CATS) der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg stattfand.

Maximilian Mehner

Ranbir Singhs Juwelenbrosche und Aigrette: Einleitung und Edition

Band 1 dokumentiert erstmals mit einer Teiledition von 19 Kapiteln den überlieferungskritisch am besten abzusichernden Textbestand dieses Sanskritwerks. In der begleitenden Einleitung werden die historischen Umstände des Texttransfers aus dem Neupersischen ausgeleuchtet. Durch Bestimmung der Übersetzungsmethode sowie einer umfassenden Darstellung der Übersetzungsverfahren Sāhibrāms wird mit vielen Beispielen und Übersichten aufgezeigt, wie Muḥsins Ethik schließlich zu Ranbir Singhs Turbanschmuck wurde.

Der edierte Sanskrittext sowie eine diplomatische Transkription des Haupttexts der nicht edierten Kapitel wurden als Forschungsdaten veröffentlicht. Diese stehen zum Download zur Verfügung unter: https://doi.org/10.11588/DATA/LTF9NA

Maximilian Mehner, Reza Pourjavady

Ranbir Singhs Juwelenbrosche und Aigrette: Übersetzungen und Anhänge

Band 2 erschließt durch die deutsche Übersetzung des metrischen Grundtexts mit zahlreichen Ergänzungen aus dem Autokommentar diesen Text auch inhaltlich. Dieser Übersetzung sind die korrespondierenden Passagen der persischen Vorlage zugeordnet — ihrerseits in deutscher Übersetzung. Darauf folgen zahlreiche Anhänge, welche die intertextuellen Bezüge zusammentragen, das metrische Repertoire Sāhibrams aufzeigen und seine Figurengedichte bildlich darstellen. Auch der lexikalisch bisher nicht erfasste Teil seines Wortschatzes findet sich dort verzeichnet.

Der edierte Sanskrittext sowie eine diplomatische Transkription des Haupttexts der nicht edierten Kapitel wurden als Forschungsdaten veröffentlicht. Diese stehen zum Download zur Verfügung unter: https://doi.org/10.11588/DATA/LTF9NA

Wolfgang Behr (Hrsg.), Simona Grano (Hrsg.), Jessica Imbach (Hrsg.), Justyna Jaguścik (Hrsg.), Samira Müller (Hrsg.), Andrea Riemenschnitter (Hrsg.), Rafael Suter (Hrsg.), Patrick Wertmann (Hrsg.), Marc Winter (Hrsg.)

Krise und Risiko: China und der Umgang mit Unwägbarkeit

In Zeiten von weltweiten Pandemien, unerwarteten Kriegen und zunehmenden gesellschaftlichen Spaltungen existiert in vielen Gesellschaften deutlicher denn je zuvor im 21. Jahrhundert ein Bewusstsein von „Krise“. Über lange Jahrzehnte unhinterfragte politische, soziale und kulturelle Gewissheiten sind unübersehbar ins Schwanken geraten. Nicht nur im deutschsprachigen Raum und in Europa zwingt dies zu einer Neuverhandlung des Umgangs mit Unwägbarkeiten, nicht zuletzt im Verhältnis zu China.
Der Band Krise und Risiko präsentiert ausgewählte Beiträge zur XXXI. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Chinastudien (DVCS), die im November 2020 vom Asien-Orient-Institut der Universität Zürich organisiert und coronabedingt virtuell durchgeführt wurde. Die elf Beiträge des Bandes beschreiben einen Bogen, der von der Bewältigung der Corona-Pandemie in der Volksrepublik China des Jahres 2020 über Katastrophenmotive in der populären Erzählliteratur der Ming-Zeit bis zum Topos der Selbsttötung aus Protest als vermeintliche Strategie zur Überwindung persönlicher Krisen in philosophischen Texten des Altertums reicht. Sie beleuchten dabei nicht nur verschiedene Perioden, geographische und gesellschaftliche Bereiche in China, sondern eröffnen ein weites Panorama von methodischen Zugriffen, schriftlichen und mündlichen Quellen, und analysieren die mit ihnen verbundenen sozialen, künstlerischen oder auch religiösen Praktiken und Wissenskulturen.

Barbara Gerke, Jan M. A. van der Valk, Tawni L. Tidwell, Calum Blaikie

Crafting Potency: Sowa Rigpa Artisanship across the Himalayas

Crafting Potency untersucht die komplexen Verflechtungen unterschiedlicher Theorien und Praktiken von Wirksamkeit in der tibetischen Medizin (Sowa Rigpa). Basierend auf tibetischer Medizinliteratur und umfassender Feldforschung mit praktizierenden Sowa Rigpa-Ärzt:innen (amchis) aus Ladakh, Dharamsala und Kathmandu zeigen die Autor:innen, wie die Wirksamkeit von Substanzen im Herstellungsprozess komplexer Heilmittel verstanden, geformt und verfeinert wird. In Anlehnung an Tim Ingolds ökologisch sensibilisierte Phänomenologie und Pamela Smiths Konzept der „artisanal epistemologies“ wird Wirkkraft als efficacy-in-becoming verstanden—als eine fluide Fähigkeit, die durch handwerkliches Können, Ritual und Umwelt geformt und geschichtet wird, anstatt als feste Eigenschaft stabiler Substanzen zu gelten. Das Buch untersucht sowohl die Einflüsse institutioneller Ausbildung als auch jene der traditionellen Arzneimittelherstellung auf die Wissensvermittlung, unterstreicht die tiefe Verankerung der amchis in ihren sozialen, ökologischen, technischen und spirituellen Lebenswelten und bietet damit praxisbezogene, differenzierte Perspektiven zur Anthropologie der Materialien und zur Wissenschaftsgeschichte.

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